Tuttlinger Hallen arbeiten nachhaltig

Die Tuttlinger Hallen haben jetzt den „Energiebericht zur energetischen Situation des Eigenbetriebs Tuttlinger Hallen im Rahmen eines Energieaudits“ vorgestellt, den das Projektbüro für Neue Energien aus Waldrach im Herbst 2019 erstellt hat.

Das Unternehmen war im Jahr 2015 erstmals gesetzlich dazu verpflichtet, ein sog. Energieaudit auf Grundlage des Energiedienstleistungs-Gesetzes zu erstellen. Das Energieaudit dient der Bestandsaufnahme der energetischen Situation einer Organisation. Das Büro führte nun zum zweiten Mal eine Analyse und Bewertung der Ist-Situation durch. Anhand von Unterlagen und Vor-Ort-Terminen, werden Verbräuche, Verbraucher und Energieträger erfasst und dokumentiert, Potenziale identifiziert und in nächster Konsequenz mögliche Energieeinspar- und Effizienzmaßnahmen erarbeitet und in einem Bericht dokumentiert. Die Tuttlinger Hallen haben sich für alle Standorte (Stadthalle, Angerhalle, Ticketbox, Honberg-Sommer) den verantwortungsvollen Umgang mit Energie sowie eine effiziente und nachhaltige Energienutzung im Betrieb zum Ziel gesetzt. So sollen wirtschaftliche und ökologische Potenziale identifiziert und nachhaltig erschlossen werden.

Strom (45 %) und Fernwärme (nur Stadthalle, 38 %) bilden mit insgesamt knapp 83 % des Gesamtenergieverbrauchs und knapp 92 % der Kosten die mit Abstand größten Positionen bei der Verbrauchsstruktur.  Weitere nennenswerte Verbräuche fallen in Form von Gas zur Wärmeerzeugung (Angerhalle, Ticketbox) an. Sonstige Verbräuche (Diesel, Benzin) bilden nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtenergieverbrauchs, der zuletzt um 8,5 % gegenüber dem Vorjahr zurückging.

Anhand der Energieverbrauchsstruktur ermittelte das Büro eine (überschlägige) CO2-Bilanz der Tuttlinger Hallen: Diese weist durch die in den vergangenen Jahren rückläufigen Verbräuche als auch Verbesserungen in der Energiebilanz des Stromlieferanten (Erhöhung des Erneuerbare-Energien-Anteils am Strommix durch die SWT) einen kontinuierlichen Rückgang auf. Gegenüber dem Jahr 2014 (Datenbasis für das erstmalige Energieaudit 2015) konnte ein Rückgang von 272 auf 219 t, also um 19,6 %, verzeichnet werden.

„Die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen, der Umstieg auf Ökostrom oder selbst erneuerbar produzierter Eigenstrom (Photovoltaik-Anlage, KWK) könnte die Bilanz künftig (…) weiter verbessern“, empfiehlt der Gutachter. Mit der Umsetzung des LED-Beleuchtungskonzeptes, der Reduzierung der Fernwärme-Anschlussleistung und der Beschaffung eines Hybridfahrzeugs wurden erste Maßnahmen getroffen. Weitere Optimierungsmöglichkeiten sollen nach und nach umgesetzt werden, wobei die Überprüfung der inzwischen veralteten Kälteanlage und die Prüfung der Sinnhaftigkeit einer Photovoltaikanlage besondere Priorität haben.

Die übergeordneten Energieziele, die durch die genannten Maßnahmen erreicht werden sollen, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Verringerung des Energieeinsatzes über alle Energieträger hinweg
  • Verbesserung der CO2-Bilanz
  • Verringerung der Energiekosten (Absolut und je kWh)

Aus einer Maßnahmentabelle lassen sich die einzelnen beabsichtigten Verbesserungsmaßnahmen ablesen.