
An der Wöhrdenbrücke, einer der wichtigen Zufahrten zur Stadthalle, wird seit 20. April gearbeitet. Eine Untersuchung sollte zunächst Klarheit bringen, wie groß die zu reparierenden Betonschäden an der Brücke tatsächlich sind. Ein rund drei Meter langes und zwei Meter tiefes Loch wurde in die Betonkonstruktion geschnitten, so dass die Experten vom Ingenieurbüro Rehe sowohl die Betonqualität prüfen als auch Stichproben an den Spannseilen nehmen konnten. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Mehrere hundert Bündel aus Stahlstangen tragen das gesamte Gewicht der Brücke aus dem Jahr 1970 – und an einzelnen der freigelegten Stellen stellten die Ingenieure Spuren von Korrosion fest. Zwar stellt sich der erste Eindruck als nicht dramatisch dar, auch gibt es keine Anzeichen für eine akute Gefahr, die eine sofortige Sperrung nötig gemacht hätte. Allerdings zeigte sich auch, dass die zentrale Konstruktion der Brücke Schäden hat, die mittelfristig saniert werden müssten. Da der Beton die Spannseile aber fest ummantelt, müsste im Zuge der Sanierung fast die ganze Brücke zerlegt werden – ein Unterfangen, das weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich ist. Die Wöhrdenbrücke muss also vermutlich komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Endgültige Sicherheit wird eine Begutachtung durch die Materialprüfungsanstalt Stuttgart bringen. Der Gemeinderat beauftragte derweil die Verwaltung bereits mit der Planung eines Neubaus. Schon in den nächsten Wochen wird die Stadtverwaltung die ersten Planungsaufträge vergeben, so dass im Idealfall schon 2027 mit dem Neubau begonnen werden kann.
Bis dahin bleibt es bei der Beschränkung auf zwei Spuren, vor allem wird die Brücke für den Schwerlastverkehr gesperrt, um so die Abnutzung etwas zu bremsen. Erste Gedanken, wie die Bauzeit halbwegs erträglich gestaltet werden kann, gibt es auch schon: So ist der um 2000 an der Ostseite zu Stadthalle hin angebaute Geh- und Radweg noch stabil und kann weiter genutzt werden. Aufgrund seiner Breite und seiner soliden Konstruktion kann er auch von Autos befahren werden, so dass zumindest eine PKW-Spur erhalten bleibt. Diese könnte eventuell durch eine Behelfsbrücke ergänzt werden. „Mir ist bewusst, dass all das mit erheblichen Verkehrsbehinderungen verbunden sein wird“, so OB Michael Beck, der sich am Montagvormittag zusammen mit Vertretern des Gemeinderates und der Bauverwaltung vor Ort informierte, „aber an dieser Maßnahme führt leider kein Weg vorbei.“
Für PKW wird die Brücke weiterhin auf in beide Richtungen befahrbar sein. Mit Verkehrsbehinderungen ist wegen der wegfallenden Fahrspuren dennoch zu rechnen. Besucher der Stadthalle, die aus Richtung Donautal, Nordstadt oder über die Stuttgarter Straße kommen, sollten etwas längere Anfahrtszeiten einrechnen. Für Besucher, die aus Richtung Rottweil/Spaichingen oder von der B 523 kommen, empfiehlt es sich die Stadthalle über den Aesculapkreisel und die Möhringer Straße oder über die Groß Bruck am Scala und die Königstraße anzufahren.
News vom 28. April 2026

