Der 3. Honberg-Sommer 1997: Endlich im eigenen "Zuhause"

Es war eine kontroverse Diskussion im Gemeinderat: Kauft die Stadt ein Zirkuszelt? 1997 erlebte der Honberg-Sommer, erstmals im „stadteigenen“ Festivalzelt, sein wohl kürzestes Konzert: Chumbawamba aus Leeds, die im gleichen Jahr mit „Tubthumping“ einen Welthit gelandet hatten, gingen nach einer energiegeladenen Show schon nach 70 Minuten wieder von der Bühne – das Publikum hätte noch deutlich länger mitgefeiert! Art Garfunkel, eine Hälfte des legendären Duos Simon & Garfunkel, verlangte im gleichen Jahr dem Honberg-Team hinter den Kulissen einiges ab, bot dem zahlenden Publikum aber einen der bis heute wohl stimmungsvollsten Honberg-Sommer-Abende. Der Mann eine Diva mit ungezählten Sonderwünschen, das Konzert ein musikalisches Erlebnis der Extraklasse, das bleibt. Dieter Thomas Kuhn spielte sein zweites Konzert in Tuttlingen – und frotzelte hinter den Kulissen über Gott und die Welt. A star was born … nun ja, ein tolles Konzerterlebnis blieb’s allemal und ein Fest des Schlagers außerdem. Eine Premiere gab’s mit “Hitzefrei“ – und das bezog sich nicht aufs Wetter, sondern war der Titel des ersten Honberg-Sommer-Varietès, das in der Folge zum von Ihnen geschätzten und deshalb unverzichtbaren Programmbestandteil werden sollte. Regie führte der Berliner Karlheinz Helmschrot, später u.a. Jurymitglied bei der „Tuttlinger Krähe“. Einen tollen Auftritt legte der blinde Kanadier Jeff Healey mit seiner Band hin. Am Ende „zerlegte“ er in bester Rock’n’Roll-Manier seine Gitarre, die er wild auf den Bühnenboden hämmerte. Viel kaputt ging dabei freilich nicht: Denn das dafür eingesetzte Instrument war ein Fake mit Sollbruchstellen – und wurde nach der Show einfach schnell wieder zusammengesteckt, um beim nächsten Auftritt kurzerhand wieder in seine Einzelteile zerlegt zu werden. Und sonst in 1997? Ougenweide gaben ein viel beachtetes Comeback und legten, wenn Sie so wollen, den Grundstein für die Mittelalter-Rock-Nächte, die heute fester Bestandteil des Honberg-Sommers sind. Und Steve Lukathers brachial lautstarker Auftritt als Sologitarrist bereitete den Boden für ein Konzert, das der begnadete Gitarrist Jahre später, genauer: 2006, mit seiner Hauptband Toto geben sollte.

Bilder folgen (Seite in Arbeit) …