Der 1. Honberg-Sommer 1995: Das Premierenjahr

Blenden wir zurück ins Jahr 1995. Da war in Tuttlingen manches anders, nicht nur auf dem Honberg, wo beim ersten Festival noch „Ritterfladen“ serviert wurden, wo das kleine, ovale Zwei-Mast- und 400-Mann-Musikzelt an der Stelle des heutigen Küchenzelts stand, wo u.a. Giora Feidman oder The Walkabouts im zehntägigen Programm auftraten und wo das Festival mit einem fröhlich-bunten Gerhard Opitz Plakat beworben wurde. Tuttlingen, 1995: Musikfreunde aus der ganzen Region bangen um die Zukunft des „akzente“, ein Jahrzent lang die Adresse Nr. 1 für Livekonzerte in der Donaustadt; im Herbst schließt es seine Pforten. Berthold Honeker steckt in den Vorbereitungen für die fünfte Saison seiner damals noch privaten Kabarettreihe in der Angerhalle, als er im Oktober in die Dienste des städtischen Kulturamts wechselt. Die Volksbühne unter Leitung von Otto Häussler zeichnet für das Theater- und Konzertangebot in der Alten Festhalle verantwortlich. Bei den Haushaltsberatungen im Januar ist ein erneuter Sanierungsbedarf für die Alte Festhalle ausgemacht worden. Albrecht Werwigk leitet das städtische Kulturamt, das die 5. Tuttlinger Kulturtage mit dem Motto „Blick nach Osten“ veranstaltet. Die Stadthallen-Diskussion bestimmt auch die im November anstehende OB-Wahl. Und nicht wenige neidvolle Blicke gehen nach Rottweil, wo sich das Ferienzauber-Sommerfestival rund um den Wasserturm etabliert hat. Die ersten Kulturlitfasssäulen werden in der Innenstadt aufgebaut. Erstmals führen examinierte Stadtführer durch Tuttlingen. Domenica tritt im Rittergarten auf … Ein bewegtes Premierenjahr also für unser Festival, in dem „Honburger“ das kulinarische Highlight auf der Speisekarte waren. Burr & Klaiber spielten da im ausverkauften kleinen Burghof ein Open Air, der Frühschoppen kostete Eintritt (was heftigste Proteste sparwütiger Tuttlinger zur Folge hatte) und Weltstar Giora Feidmann musizierte im Zelt mit Studentinnen und Studenten der Trossinger Musikhochschule. Musikalisch vielleicht das Highlight: die US-Alternative Rock Band The Walkabouts aus Seattle – oder doch Die Jazzkantine? Oder Lester Bowie? Oder Goncalo Rubalcaba? Subway To Sally waren auch schon dabei … Hätten Sie’s noch gewusst?

Bilder folgen (Seite in Arbeit) …