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Kabarettist Konrad Beikircher ist tot

„Eigentlich ist es abstrus: Ein Südtiroler erklärt den Rheinländern ihre Lebensweise“, resümmiert der Tagesspiegel. „Aber wenn Konrad Beikircher mit seinem ureigenen Humor deren Dialekt und Mentalität aufs Korn nahm, begeisterte er nicht nur das Publikum im Rheinland, sondern auch weit darüber hinaus.“ Am 28. Juli ist der Kabarettist im Alter von 80 Jahren in seiner Wahl-Heimat Bonn im Kreis seiner Familie gestorben. Er gehörte zu Bonn wie Beethoven und das Münster. Für seinen Kabarettkollegen Jürgen Becker galt: „Konrad Beikircher war der wahre Rheinländer.“ Er verrät: „Als Konrad mir erzählte, dass er sich dieses Jahr im Dezember von der Bühne verabschieden will, habe ich mir sofort Karten für die letzte geplante Vorstellung im Senftöpfchen besorgt. Der große Abgang blieb ihm nicht vergönnt.“

Aufgewachsen im Pustertal, kam Beikircher 1965 als Student nach Bonn. Im Rheinland fand er ein Zuhause, Südtirol blieb seine Heimat. Vom Gefängnispsychologen in der JVA Siegburg wurde er Mitte der 1980er Jahre zum Bühnenmenschen. Schon sein erstes Kabarett-Programm „Himmel un Ääd“ erreichte Kultstatus. Seine Kunstfigur Frau Walterscheidt ließ sich darin in rheinischer Leichtigkeit über Gott und die Welt aus. Mit seinem Programm „Passt schon“ war er im Dezember 2018 auch in Tuttlingen zu Gast, wo er in der Angerhalle im Rahmen der Kleinknunstreihe „Bühne im Anger“ brillierte.

Das künstlerische Multitalent (Instrumentalist, Sänger, Autor, Opernkenner und Moderator) liebte die Klassik, und meinte „das andere macht mir Spaß“.“ Sein „Rheinisches Grundgesetz“, auch „et kölsche Jrundjesetz“ genannt, eine humorvolle Sammlung rheinischer Lebensweisheiten von 2001, die die Mentalität und Gelassenheit der Menschen im Rheinland widerspiegelt, ist sogar auf dem Flughafen Köln-Bonn verewigt.

News vom 30. Juli 2026