
Am 23. April eines jeden Jahres feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte mit vielfältigen Aktionen den UNESCO-Welttag des Buches. Und dieses Datum hatten sich die Tuttlinger Hallen ausgeguckt, um Jahr für Jahr einen ersten Ausblick auf die Veranstaltungen zu geben, die sie für ihr eigenes großes Lesefest, den „Tuttlinger Literaturherbst“, gebucht haben. Denn die Literatur bildete seit 2004 einen Schwerpunkt im Herbstprogramm der Stadthalle Tuttlingen – in diesem Jahr wäre es zum 23. Mal soweit gewesen. Angesichts der städtischen Finanzsituation wurde die etablierte Reihe, die nicht immer aufs große Publikum schielte, sondern in erster Linie das Interesse am Buch und am Lesen hoch halten wollte, im Zuge der Haushaltsberatungen für 2026 ersatzlos gestrichen.
„Die Reihe war vor allem immer wieder ein großes intellektuelles Vergnügen und passte bestens in eine Zeit, in der der Wert des Lesens überdeutlich wird und sich viele (wieder) mit Büchern beschäftigen“, so Geschäftsführer Michael Baur, der den Wegfall der Literatursparte bedauert, zumal diese nach langjähriger Aufbauarbeit ihr Publikum gefunden hatte.
Ob es im Oktober und November 2027 im Rahmen eines „23. Tuttlinger Literaturherbsts“ wieder Veranstaltungen geben wird? Noch steht das in den Sternen, aber es gibt von Besucherseite und aus der Wirtschaft Stimmen, die sich eine Fortsetzung der Reihe wünschen und Menschen, die sich ggfs. auch dafür engagieren würden. Man darf gespannt sein, ob es bei einer Pause bleibt oder das Angebot ganz aus dem Portfolio der Stadthalle verschwindet.
Nur gut, dass der 23. April auch der „Tag des deutschen Bieres“ ist. Bleibt wenigstens noch ein Grund zu „feiern“. Prost!
News vom 23. April 2026

